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Arbeitskreis Zukunftsenergien am 07. Juli
2010
Das
Energiekonzept der Bundesregierung -
aktueller Zwischenstand
Die
Sitzung des „Arbeitskreises Zukunftsenergien“ unter dem Vorsitz von
Dr. Frank-Michael Baumann widmete sich dem aktuellen Zwischenstand des
Energiekonzepts der Bundesregierung, das voraussichtlich im Herbst 2010
verabschiedet wird. Nach dem Statement von einem Vertreter des
Bundeswirtschaftsministeriums folgten Ausführungen aus technischer,
systemanalytischer und energiewirtschaftlicher Sicht.
Zu
Beginn der Veranstaltung präsentierte Herr Ministerialdirektor Werner
Ressing (Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie) den aktuellen Stand des neuen Energiekonzeptes
der Bundesregierung. Demnach werden die Eckpunkte des Konzepts, das unter
der gemeinsamen Federführung vom Bundeswirtschafts- und
Bundesumweltministerium erarbeitet wird, Ende September dem Kabinett
vorgelegt und im November verabschiedet werden. Ziel sei es,
szenarienbezogene Leitlinien für eine saubere, zuverlässige und
bezahlbare Energieversorgung bis 2050 zu formulieren. Ausgangspunkt seien
die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag, wonach das Energiekonzept
marktorientiert und technologieoffen sein solle; erneuerbare Energien den
Hauptteil an der Energieversorgung übernehmen und Kernenergie sowie Kohle
eine Brücke auf dem Weg dahin bilden sollen. Die Szenarien werden zurzeit
von den wissenschaftlichen Instituten Prognos, EWI und GWS errechnet. Die
Zielszenarien rechneten die beauftragten Institute mit verschiedenen
Laufzeitvarianten der Kernkraftwerke (4, 2, 20, 28 Jahre); alle Szenarien
gingen von 85% Reduktionen an durch die Energieerzeugung bedingten
Emissionen bis zum Jahr 2050 aus. Die zentrale Frage sei, wie eine sichere
und bezahlbare Energieversorgung auch bei ehrgeizigen Klimaschutzzielen
garantiert werden könne. Die ökonomische Analyse solle dafür ein
„Preisschild“ liefern. Ressing betonte, dass das Energiekonzept kein
Kernenergiekonzept sei. Die Entscheidung über längere Laufzeiten für
Kernkraftwerke sei eine politische und müsse parallel zum Energiekonzept
angegangen werden. Das Energiekonzept sei hingegen viel breiter angelegt
und beachte die Herausforderungen resultierend aus dem Blick auf alle
Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr).
Nach
der Präsentation von Herrn Ressing folgten wissenschaftliche Statements
zum Energiekonzept der Bundesregierung. Herr Prof Dr. Georg Erdmann
(Leiter des Fachgebietes Energiesysteme an der Technischen Universität
Berlin) setzte sich in seinem Vortrag mit Fragen des Energieträger- und
Technologie-Mixes, der finanziellen Ebene, des Wettbewerbs und der
Verteilung auseinander. Er kam zu dem Schluss, dass durch quantitative
Ziele der Bundesregierung (20-20-20-Ziel der EU; IEKP-Programm der
Bundesregierung) weder staatliche Leitplanken geschaffen, noch
Planungssicherheit geboten werde. Herr
Prof. Erdmann stellte auch in Frage, ob die Koordination der
Energieversorgung durch staatliche Investitionen anstelle der Märkte und
angesichts der Vielzahl von Institutionen funktioniert.
Professor
Dr. Hermann-Josef Wagner (Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Energie und
Verkehr) benannte die Ziele und den Handlungsbedarf für eine CO2-arme
Energieversorgung und -nutzung in Deutschland. Er plädierte dafür, Ziele
zu setzen, statt einen Energie- und Technologiemix über Jahrzehnte
vorzugeben. Ziele dürften nicht nur die Klimagasminderung sondern müssten
ebenso die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit sein. Zur
Erreichung dieser Ziele seien erneuerbare Energien wichtig; fossile
Energien müssten weiterhin Bestandteil des Energiemixes sein. Auch die
Kernenergie könne zur Erfüllung der Ziele beitragen, wenn sie akzeptiert
wird. Nach der Auffassung von Professor Wagner sei eine „Entcarbonisierung“
und Nachhaltigkeit nur mit technischen Lösungen zu erreichen, die eine
breit angelegte (Vorsorge-)Forschung erforderten.
Professor
Dr. Alfred Voß (Leiter des Instituts für Energiewirtschaft und
Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart) formulierte in
seinem Vortrag die wesentlichen Anforderungen an ein energiepolitisches
Gesamtkonzept. Zum einen seien funktionierende und wettbewerbliche
Energiemärkte zu schaffen bzw. zu sichern. Zum anderen sei eine am
Verursacherprinzip orientierte Internalisierung externer Kosten der
Nutzung von Umweltressourcen wichtig. Darüber hinaus sei eine breit
angelegte Forschung und Entwicklung sicher zu stellen, um neue tragfähige
Optionen für eine nachhaltige Energieversorgung verfügbar zu machen. Er
plädierte außerdem für eine Unterstützung neuer marktnaher
Energietechniken, sofern die Wettbewerbsfähigkeit mit vertretbarem
Aufwand zu erreichen sei.
In
der anschließenden Podiumsdiskussion bezogen die Bundestagsabgeordneten
Klaus Breil (FDP), Dirk Becker (SPD), Eva Bulling-Schröter (Die Linke)
und Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen) Position.
Das
Forum für Zukunftsenergien bedankt sich bei der Deutsche Bank AG und der
Vattenfall Europe AG sehr herzlich für die Unterstützung des
Arbeitskreises Zukunftsenergien.
Vorträge
| Der
Zwischenstand des Energiekonzeptes der Bundesregierung |

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MinDir
Werner Ressing
Leiter der Abteilung Industriepolitik,
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
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| Statements |
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Prof.
Dr. Georg Erdmann
Technische Universität Berlin, Institut für Energietechnik,
Leiter des Fachgebietes Energiesysteme
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folgt
demnächst |
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Prof.
Dr.-Ing. Hermann-Josef
Wagner
Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt
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folgt
demnächst
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Prof.
Dr. Alfred Voß
Institut
für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Universität
Stuttgart
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