Forum  für Zukunftsenergien e.V.

 
                            
     
 
   

  
Der Weg zum klimafreundlichen Kohlekraftwerk -
Herausforderung Akzeptanz

Wie steht es um eine breite Akzeptanz der CCS (Carbon Capture and Storage)-Technologie in der Bevölkerung bzw. wie kann diese erreicht werden? Das waren die Ausgangsfragen der Konferenz „Der Weg zum klimafreundlichen Kohlekraftwerk – Herausforderung Akzeptanz“ des Forum für Zukunftsenergien. Vertreter verschiedener Akteursgruppen diskutierten unter der Moderation von Prof. Dietmar Winje (Kurator des Forum für Zukunftsenergien e.V.) in den Räumen der KfW Bankengruppe das Thema.

In seinen Willkommensworten wies Olaf Weber (Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit der KfW Bankengruppe) darauf hin, dass sein Unternehmen täglich mit der weltweiten Nachfrage nach Kohlekraftwerken konfrontiert werde. CCS-Technologien seien damit notwendig.

Die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen (forsa) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 38% der Bevölkerung in Deutschland schon mal etwas davon gehört haben, dass der Ausstoß von Kohlendioxid bei der Energieerzeugung durch die Ausscheidung und Speicherung von CO2 verringert werden soll. Prof. Manfred Güllner (Geschäftsführer forsa GmbH) stellte dar, dass in der gleichen Studie herausgefunden wurde, dass 62% es gut finden, dass die Energieunternehmen das bei der Energieerzeugung anfallende Kohlendioxid nicht mehr in die Luft entsorgen, sondern auffangen, abscheiden und speichern wollen. Dem stehen 21 % gegenüber, die das weniger gut finden und 17%, die keine Meinung dazu haben. 

Das Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk hat es sich zum Ziel gesetzt, Informationen über die Chancen und Potenziale der CCS-Technologie zu verbreiten, um so einen sachgerechten und konstruktiven Dialog zu etablieren. Der Geschäftsführer Michael Donnermeyer sieht darin neue Anforderungen an die Kommunikation, denn dieser Prozess muss sowohl inhaltlich als auch zeitlich in die Planungen von entsprechenden Vorhaben mit einbezogen werden. Er bedauerte, dass die offensive Unterstützung so genannter „Klimaautoritäten“ trotz sachlicher Befürwortung (noch) nicht gegeben sei. Das IZ Klima setze auf eine offene und abgestimmte Kommunikation, die auf die verschiedenen Öffentlichkeiten gezielt eingehe. Wichtig sei es, CCS nicht bloß als Kohlekraftwerkstechnologie sondern als Klimaschutztechnologie darzustellen.

Angesichts des drohenden weltweiten Temperaturanstieges sieht der WWF Deutschland in der CCS-Technologie eine Chance, diesen zu verhindern. Regine Günther (Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik) forderte eine weltweite Vorreiterrolle für Deutschland. Sie befürchtete allerdings dann Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung, wenn es um die Frage eines möglichen Blow-Outs oder um Enteignungen für Leitungen gehe.

Vor dem Hintergrund der umfangreichen internationalen Erfahrungen des Unternehmens Exxon mit dem Transport und der Speicherung von Öl und Gas argumentierte Dr. Gernot K. Kalkoffen (Vorstandsvorsitzender, ExxonMobil Central Europe Holding GmbH). Er erläuterte, dass die einzelnen Komponenten seit langem erprobt seien und beherrscht würden, so dass kein Anlass zur Sorge bestünde. Er führte ferne aus, dass die geologischen Formationen zur Speicherung von CO2 vornehmlich in Norddeutschland vorhanden seien und verlangte einen verbindlichen Rechtsrahmen.

Eine Vielzahl potenzieller Speicherstandorte befindet sich in Schleswig-Holstein. Das Land sieht darin einen Standortvorteil, wie Hans-Ludolf Germ (Referatsleiter Planung und Koordinierung im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr, Schleswig-Holstein) verdeutlichte. So sei zu erwarten, dass die Kraftwerke in der Nähe der Speicherstandorte angesiedelt werden. Auch finanziell möchte das Land von der Speicherung profitieren. Schleswig-Holstein versuche den nationalen Gesetzgebungsprozess mit zu gestalten, z.B. sei es ein wichtiges Anliegen, die Genehmigung von Speicherstandorten den Landesbehörden zu überlassen. Nach seiner Einschätzung sei die Akzeptanz der Speicherstandorte in den Kommunen schwer zu erreichen. Hier stünden die kommunalen Interessen und Ängste vor dem Beitrag zum globalen Klimaschutz.

Präsentationen:

Meinung der Gesellschaft über Energiemix und CCS
Prof. Manfred Güllner,
Geschäftsführer, forsa Gesellschaft für Sozialforschung und
statistische Analysen mbH
   


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CCS - Initiativen und identifizierte Herausforderungen
Michael Donnermeyer 
Geschäftsführer, IZ Klima e.V.


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