Forum  für Zukunftsenergien e.V.

 
                            
     
 
   

  
Premiere des European Energy Colloquium am 01. September 2010

Neue Energieinfrastrukturen für Europa?

Am 01. September 2010 fand die Premiere der neuen, regelmäßigen Veranstaltungsreihe „European Energy Colloquium“ des Forum für Zukunftsenergien in Brüssel statt. Unter der Moderation des ehrenamtlichen Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Köhler diskutierten Experten sowie Abgeordnete des Europäischen Parlaments über den Ausbau der Energieinfrastrukturen in Europa.

Aufgabe des European Energy Colloquium ist es, ein möglichst aktuelles Thema der europäischen Energiepolitik aufzugreifen und zu diskutieren. Dabei ist es das besondere Ziel, in diesem Prozess die Interessen der deutschen Akteure der Energiepolitik den deutschen Vertretern in der EU nahe zu bringen.

Hintergrund der ersten Veranstaltung des European Energy Colloquium war das von der Europäischen Kommission angekündigte Energieinfrastrukturpaket. Es soll im November dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament vorgelegt werden. Prof. Dr. Michael Köhler, Kabinettschef von EU-Kommissar Günther Oettinger, stellte es eingangs vor.

Dr. Konstantin Staschus, Generalsekretär des Europäischen Netzes der Übertragungsnetzbetrieber für Elektrizität (ENTSO-E), stellte den Zehn-Jahres-Netzentwickungsplan von ENTSO-E vor. Er kam zu dem Schluss, dass ENTSO-E und sein ehrgeiziges Arbeitsprogramm eine gute Antwort auf den Bedarf der europäischen Energiepolitik nach mehr Kooperation und Koordination der Übertragungsnetzbetreiber sei. Der Zehn-Jahres-Netzentwicklungsplan zeige den immensen Investitionsbedarf und die gemeinsamen Planungen. Weiterhin kritisch blieben in diesem Zusammenhang jedoch die komplexen Genehmigungsverfahren, weshalb eine große Hoffnung in dem Energieinfrastrukturpaket liege. Dr. Staschus wies darauf hin, dass regulatorische Aspekte zunehmend wichtig für die Marktintegration erneuerbarer Energie seien. Außerdem sei der Zugang der Übertragungsnetzbetreiber zum Kapitalmarkt entscheidend für die riesigen Neuinvestitionen. Nach Einschätzung von Dr. Staschus stellen die verbindlichen Netzcodes einen bedeutenden Schritt voran dar. 

Aus der Sicht des Europäischen Netzes der Übertragungsnetzbetreiber für Gas (ENTSO-G) nahm Ulrich Ronnacker (Leiter Recht und Regulierung, E.ON Gastransport GmbH) zu den Herausforderungen für die Infrastruktur Stellung. Auch die ENTSO-G erarbeitet zehnjährige Netzentwicklungspläne- der zweite wird noch in 2010 erwartet. Aus Sicht von Herrn Ronnacker gilt es, mit Hilfe des Energieinfrastrukturpaketes verschiedene Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählten die divergierenden nationalen Ziele, die Verschiebung der Aufkommensquellen von Erdgas sowie der Bedarf von größeren Kapazitäten und einer höheren Flexibilität für den Binnenmarkt. Durch das Energieinfrastrukturpaket sollten Investitionsbedingungen geschaffen werden, die den europäischen Zielen dienen, z.B. durch einen stabilen Rahmen und entsprechenden Anreizen. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren sollten beschleunigt werden und die europäischen Behörden sollten grenzüberschreitend zusammenarbeiten.

Ausgehend von diesen Impulsreferaten diskutierten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments Herbert Reul (Fraktion EVP), Norbert Glante (Fraktion S&D), Dr. Jorgo Chatzimarkakis (Fraktion ALDE), Reinhard Bütikofer (Fraktion Grüne/EFA) und Sabine Wils (Fraktion GUE/NGL) das Thema unter der Moderation von Prof. Dr. Michael Köhler. Die Debatten fokussierten sich u.a. auf die Frage der Finanzierung und der Akzeptanz des Ausbaus der Energieinfrastruktur.

Das Forum für Zukunftsenergien bedankt sich bei der der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Brüssel und der E.ON AG sehr herzlich für die Unterstützung des European Energy Colloquium.

Präsentationen

Ulrich Ronnacker
Leiter Recht und Regulierung, E.ON Gastransport GmbH
  
Dr. Konstantin Staschus
Generalsekretär des Europäischen Netzes der Übertragungsnetzbetrieber für Elektrizität (ENTSO-E)

 

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