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Forum für Zukunftsenergien e.V. |
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Industriegesellschaften
und Klimawandel - Das Forum für Zukunftsenergien war Plattform einer Debatte zum Thema „Industriegesellschaften und Klimawandel“. Vertreter der Wissenschaft, Versorgung und Industrie diskutierten, welche Chancen und Herausforderungen sich für die Industriegesellschaften aus dem Klimawandel ergeben. Der Klimawandel ist eine der zentralen globalen Herausforderungen. Es gilt, ihn einerseits abzuschwächen (Mitigation) und andererseits sich ihm anzupassen (Adaption), denn ein Klimawandel ist schon jetzt zu verzeichnen. Die Notwendigkeit dieser Anstrengungen für die Gesellschaft betonte Ernst Schwanhold (Leiter des Kompetenzzentrums Umwelt, Sicherheit und Energie, BASF SE sowie Vorstandsmitglied Forum für Zukunftsenergien) in seiner Eröffnungsrede. Prof. Dr. Reinhard F. Hüttl (Wissenschaftlicher Vorstand und Sprecher des Vorstands, GeoForschungsZentrum Potsdam) stellte zunächst aus geowissenschaftlicher Sicht die Klimadynamik dar. Diese sei ein natürlicher historischer Prozess mit charakteristischen zyklischen Wechseln und Änderungen. Der Mensch sei jedoch ein neuer Faktor, der einerseits durch CO2-Emissionen zum Klimawandel beiträgt, andererseits jedoch ein stabiles System zum Überleben benötigt. Die Treibhausreduktion sei die einzige Stellschraube, die dem Menschen zur Beeinflussung des Klimawandels zur Verfügung stehe. Da aber das Klimasystem insgesamt sehr träge sei und eben auch natürliche Faktoren zum Klimawandel beitrügen, sei nach Ansicht von Prof. Hüttl auch eine regionalspezifische Anpassung (Adaption) notwendig. Dr. Henning Riecke, Programmleiter Europäische Außen- und Sicherheitspolitik, ordnete aus politikwissenschaftlicher Sicht den Klimawandel in den Kontext mit anderen globalen ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Risiken ein. Dazu zählen z.B. die vermehrte Wüstenbildung, der Anstieg des Meeresspiegels, die zunehmende Urbanisierung, Pandemien, politische Instabilitäten sowie die Radikalisierung bzw. Ideologisierung von Gesellschaften. Der Klimawandel habe eine Querschnittswirkung auf diese Risikobereiche. Sie würden zwar nicht von ihm ausgelöst, wohl aber häufig verschlimmert. Die von den globalen Märkten abhängigen Industriegesellschaften betreffe jedes dieser Probleme. Häufig sei nicht der natürliche Wandel sondern der politische Umgang damit das Problem. Ein großes globales Hindernis sei z.B. die Lastenteilung zwischen den Akteuren, da niemand Nachteile akzeptieren möchte. Als Folge entstünden Konfliktlinien, z.B. zwischen Verursachern und Leidtragenden oder Industrieländern und Schwellenländern. Das strategische Handeln gegen bestimmte Umweltrisiken geriete in Entwicklungsländern häufig in Prioritätskonflikte mit Zielen wie Entwicklung und Stabilität. Dies sei aber häufig nur ein Konflikt zwischen kurz- und langfristigen Zielen. So könnten eine bessere wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilitäten schließlich auch zum Klimaschutz beitragen. Bei der globalen Problembewältigung spiele die Technologieentwicklung eine wichtige Rolle. Ausgehend von diesen Thesen diskutierten Prof. Hüttl und Dr. Riecke mit Dr. Werner Brinker (Vorstandsvorsitzender der EWE AG und des Forum für Zukunftsenergien) sowie Prof. Dr. Hermann Requardt (Mitglied des Zentralvorstandes, Siemens AG) unter der Leitung von Daniel Goffart (Ressortleiter Wirtschaft und Politik, Handelsblatt) insbesondere über die Möglichkeiten der Mitigation und Adaption für Industriegesellschaften. Dr. Brinker machte dabei deutlich, dass der Beitrag der Energieversorgungsunternehmen zum Klimaschutz in der Modernisierung des Kraftwerksparks und dem Ausbau von Erneuerbaren Energien und intelligenten Netzen bestehe. Das Thema Klimaschutz würde erst seit ca. 4 Jahren diskutiert, aber die Investitionszyklen der Energiewirtschaft seien viel größer und benötigen damit einen längeren Vorlauf sowie stabile politische Diskussion. CCS sei eine mögliche Option, in der sowohl Dr. Brinker als auch Prof. Requardt keine technischen Schwierigkeiten sehen. Lt. Prof. Requardt könnte man ca 2015 erste großtechnische Lösungen erwarten. Auch aus geowissenschaftlicher Sicht sei diese Technik machbar, so Prof. Hüttl. Jedoch erwarte er Volumenprobleme, so dass das Thema CCS nur eine temporäre Lösung sein könne. Dr. Brinker und Prof. Requardt waren sich darin einig, dass die CO2-Reduktion in Deutschland nicht zur Rettung des globalen Klimas führen könne. Die Anstrengungen in Deutschland könnten aber eine Katalysatorfunktion haben, indem hier erforschte Technologien und Systeme weltweit Anwendung finden. Klimaschutz als vermeintliches Verzichtsthema sei nach Ansicht von Prof. Requardt somit auch immer ein Investitionsthema. Präsentation
von Dr. Henning Riecke Mit freundlicher Unterstützung von:
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