Forum  für Zukunftsenergien e.V.

 
                            
     
 
   

  
Regionales Forum für Zukunftsenergien am 26. Mai 2009 in Hannover

Energieland Niedersachsen - 
Chancen und Herausforderungen einer zukunftsfähigen Energiepolitik

Hannover. Die Chancen und Herausforderungen einer zukunftsfähigen Energiepolitik für Niedersachsen waren  Thema des Regionalen Forum für Zukunftsenergien in Hannover. Umweltminister Sander und Wirtschaftsminister Dr. Rösler formulierten ihre politischen Ansätze und stellten sie zur Diskussion.

Die Energieversorgung der Zukunft steht vor erheblichen Herausforderungen: trotz eines weltweit wachsenden Energiebedarfs muss eine sichere, preisgünstige Versorgung erreicht und zugleich die Umwelt und das Klima geschützt werden.  

Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander und der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler waren sich darin einig, dass diese Herausforderungen auch erhebliche Chancen für Niedersachsen böten: „Niedersachsen ist das Energieland der Zukunft. Wir stellen uns der Herausforderung und wollen die Chancen entschlossen nutzen.“

Sander sah einen zentralen Ansatzpunkt zur Bewältigung der Herausforderungen in einem ideologiefreien Mix aller verfügbaren Energieträger, der auch die Kernenergie einschließe und für den die Politik die Rahmenbedingungen schaffen müsse. 

Die Kernkraftwerke lieferten eine preiswerte, verlässliche und nahezu CO2-freie Technologie, auf die aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht verzichtet werden dürfe. 

Niedersachsen sei bereits heute das führende Bundesland bei der Nutzung und Produktion Erneuerbarer Energien. Mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Windstroms und des Stroms aus Biomasse komme aus Niedersachsen. Bei der Stromerzeugung aus Biomasse läge der niedersächsische Anteil sogar bei mehr als 30 %. Niedersachsen sei auch ein Pionier bei der Schaffung der ersten großen Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht. Umwelt- und Wirtschaftsministerium hätten hier in enger Zusammenarbeit den Weg für die ersten Offshore-Windparks frei gemacht. Mit dem Bau des ersten kommerziellen Großwindparks „BARD Offshore 1“ werde bereits in den Sommermonaten begonnen. Viele hochwertige Arbeitsplätze seien in diesem Bereich entstanden und viele kämen noch dazu. Für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit seien jedoch auch weiterhin moderne Kohle- und Kernkraftwerke erforderlich. Sander begrüßte die Planungen für den Bau neuer hochmoderner Kohlekraftwerke in Niedersachsen. Er appellierte aber an die Investoren, rechtzeitig das Gespräch mit der Bevölkerung zu suchen, um das notwendige Verständnis für die modernen und effizienten Kraftwerke zu erreichen.

Weitere Priorität habe der Ausbau der Stromnetze, damit der umweltfreundlich erzeugte Strom aus Niedersachsen in die Verbrauchsschwerpunkte im Süden und Westen Deutschlands geleitet werden könne. 

Die Landesregierung setze auf den Wettbewerb um die besten Technologien und die effizientesten Verfahren, denn diese sorgten für mehr Effizienz und bezahlbare Energie für den Verbraucher. Ziel der Landesregierung sei es, in den Dialog mit den wichtigen gesellschaftlichen Gruppen zu treten, um entsprechende Kooperationen zu vereinbaren. In der bundesweit einzigen Regierungskommission Klimaschutz würden gemeinsame Handlungsstrategien für eine effiziente Energienutzung und für die Anpassung des Landes an die Folgen des Klimawandels entwickelt. 

Röslers politische Linie für eine zukunftsfähige Energiepolitik sieht einen fairen Wettbewerb in einem funktionierenden Markt vor, um Versorgungssicherheit und Preisgünstigkeit sicher zu stellen. Der Staat müsse die Rahmenbedingungen dafür setzen, allerdings nur dort, wo es nötig sei. Oberste Priorität hätten der diskriminierungsfreie Zugang zu Netzen und Rohstoffen, die intensive Förderung von Innovationen im Bereich neuer mit sehr hohem Wirkungsgrad ausgestatteter Kraftwerke, der CCS-Technologien und moderner Speicher- und Regelsysteme sowie die Schaffung von Anreizen für einen ausgewogenen Energiemix.  

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten der niedersächsische Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz Dr. Stefan Birkner, MinDirig Helmut Heyne (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Dr. Ingo Luge (Vorsitzender der Geschäftsführung, E.ON Kraftwerke GmbH) sowie Dr. Frank Schneider (Vorsitzender der Geschäftsführung, Solvay GmbH) unter der Moderation von Dr. Hans-Dieter Harig. Im Mittelpunkt der Debatten standen die Fragen nach der öffentlichen Akzeptanz von Infrastruktureinrichtungen für die Energieversorgung und die Industrie, wie z.B. Kohlekraftwerke, Stromleitungen und Chemiewerke. Die Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass in dieser Frage ein deutliches Bekenntnis der Politik und auch der Energieversorger erforderlich sei, dass zudem in den Medien klar kommuniziert werden müsse. 

Die Veranstaltung innerhalb der Reihe „Regionales Forum für Zukunftsenergien“ wurde in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie den Unternehmerverbänden Niedersachsen e.V. durchgeführt.


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