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Forum für Zukunftsenergien e.V. |
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Der Um- und Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten und des elektrischen Netzes waren Thema einer Konferenz des Forum für Zukunftsenergien in Mainz. Vertreter der Landesregierung, der heimischen Energieversorger, der Netzbetreiber, der Politik und der Umweltverbände diskutierten unter der Leitung von Ernst Schwanhold (Vorstandsmitglied, Forum für Zukunftsenergien e.V.) über die Notwendigkeit und die Akzeptanz. Die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz und Kuratorin des Forum für Zukunftsenergien, Margit Conrad, sowie der Wirtschafts-Staatsekretär Carsten Kühl formulierten die Erwartungen der Landesregierung an die Energieversorger und Netzbetreiber: Beide waren sich darin einig, dass eine sichere, wettbewerbsfähige und klimafreundliche Energieversorgung die Effizienzpotenziale durch moderne Technik und vernetzte Dezentralität ausschöpfen müsse. Margit Conrad führte aus, dass die zunehmende Dezentralisierung des Energieangebots insbesondere durch die erneuerbaren Energien eine angepasste Netzinfrastruktur und ein entsprechendes Energiemanagement verlange. Dieses „intelligente Netz“, dass noch am Anfang der Entwicklung stehe, sei für den Erfolg der Integration der erneuerbaren Energien ebenso von Bedeutung wie für Energieeffizienz und sichere Versorgung. Sie sah auch erhöhten Investitionsbedarf in Nah- und Fernwärmenetze und verlangte ein Zukunftsinvestitionsprogramm für Energieinfrastruktur vom Bund. Die Landesregierung werde voraussichtlich gemäß Haushaltsentwurf ab 2009 zinsgünstige Kredite für ein jährliches Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro gewähren. Der Wirtschafts-Staatssekretär Carsten Kühl wies auf den erforderlichen Ausbau der Erzeugungskapazitäten hin. Ziel der Landesregierung müsse es sein, durch gezielte Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen, insbesondere auf der kommunalen Ebene, das Stromangebot auszuweiten. Dazu müssten dezentrale Anlagen mit effizientem Energieträgereinsatz künftig noch stärker gefördert werden. Diese seien leichter zu verwirklichen als große Anlagen und auf diese Weise könne ein Kontrapunkt zur bislang räumlichen Diskrepanz zwischen stärkerer Stromproduktion im Norden Deutschlands und vermehrtem Stromverbrauch im Süden gesetzt werden. Aus der Sicht Kühls sei ein bundesweites Förderprogramm, das den weiteren Ausbau der dezentralen Energieerzeugung vorantreibt und aus den Versteigerungserlösen der CO2-Zertifikate finanziert werden sollte, notwendig. Der stellvertretende Vorsitzende der Stadtwerke Mainz AG, Hanns-Detlev Höhne, formulierte die Herausforderungen, denen sich sein Unternehmen gegenübergestellt sieht: Zwar benötige jeder Bürger Strom, aber die Widerstände gegenüber den Energieerzeugungsanlagen nähmen zu. Er habe den Eindruck, dass die Erzeugung „komplett grün“ oder aber weit weg vom eigenen Heim stattfinden müsse. So hätten es insbesondere Projekte der konventionellen Energieerzeugung sehr schwer, obwohl damit Altanlagen ersetzt und damit die Energie- sowie Emissionsbilanz bundesweit verbessert werden würde. Nach seiner Wahrnehmung sei der ursprüngliche Zieldreiklang der Energiewirtschaft - Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit – nicht mehr gegeben, sondern inzwischen sei nur noch die Umweltverträglichkeit wichtig. Höhne führte aus, dass die Stadtwerke Mainz einen Energiemix realisierten: Die Stromerzeugung vor Ort würde sowohl mit konventionellen als auch mit erneuerbaren Energieträgern erfolgen. Zur Umsetzung der Strategie leiste das Unternehmen eine aufwendige Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit vor Ort, z.B. durch den Gesprächskreis Ingelheimer Aue. Die Botschaft sei, dass in Erzeugungskapazitäten (re-)investiert werden müsse und die Erzeugung in der Nähe großer Verbrauchsinseln, wie dem Rhein-Main-Gebiet, notwendig sei. Dr. Joachim Schneider, Vorstandsmitglied der RWE Energy AG, sieht die Verteilungsnetze und die Übertragungsnetze vor erheblichen Herausforderungen. Die demografischen Veränderungen, der Strukturwandel, der veränderte Verbrauch durch Energiesparprogramme und gesetzliche Auflagen, die Altersstruktur des Netzes und die Regulierung erfordern Reaktionen. RWE Energy begegne den Herausforderungen u.a. mit einem verstärkten Einsatz von IT zur weiteren Optimierung und mit der Unterstützung von virtuellen Kraftwerken zur effizienten verbrauchsnahen Bereitstellung von Energie. Die neuen Herausforderungen an die Übertragungsnetze seien im steigenden internationalen Stromhandel, der zunehmenden lastfernen Erzeugung und der notwendigen Integration erneuerbarer Energien begründet. Verzögerte oder ausbleibende Netzinvestitionen gefährdeten die europäischen und nationalen Energie- und Klimaziele. Ein Netzausbau sei unumgänglich; auch dann, wenn das bestehende Netz weiter optimiert werde. Dr. Schneider sprach sich dafür aus, dass die Netzbetreiber, die Politik und die Gesellschaft den Herausforderungen gemeinsam begegnen müssten. Im gesellschaftlichen Dialog sollte versucht werden, die Akzeptanz für einen zügigen Netzaus- und –umbau zu erhöhen. Höhne und Dr. Schneider diskutierten in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Dr. Bernhard Braun (Vorsitzender des BUND- Landesverbandes Rheinland-Pfalz) und Margit Mohr (energiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz) über ihre aufgestellten Thesen. In der Diskussion sprach sich Dr. Braun dafür aus, den Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz weiter voran zu treiben. Zudem befürwortete er Gaskraftwerke, da diese flexibler und kostengünstiger seien als Kohlekraftwerke. Margit Mohr schloss sich im Grundsatz diesen Forderungen an; sprach sich darüber hinaus für neue Erzeugungsanlagen in Rheinland-Pfalz aus. Auf die Frage, wie den Bürgern gegenüber abzusehende Wohlstandsverluste gerechtfertigt werden sollten, gab es keine Antwort vom Podium. Ca. 80 Vertreter der Politik, Verwaltung, der Umweltverbände und der Wirtschaft nahmen an der Konferenz teil. Präsentationen:
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