Forum  für Zukunftsenergien e.V.

 
                            
     
 

 

   

  
Konferenz am 15. September 2010

Ehrgeizige CO2-Emissionsreduktionsziele -
Lösungsvorschläge der Industrie 
und notwendige Rahmenbedingungen

Vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten Energiekonzeptes der Bundesregierung setzte sich das Forum für Zukunftsenergien mit der Frage auseinander, welche Lösungsvorschläge die Industrie zur Erreichung der im Konzept formulierten ehrgeizigen CO2-Emissionsreduktionsziele hat und welche Rahmenbedingungen für ihre Umsetzung erforderlich sind. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag dabei auf den erforderlichen Einsparungen im Gebäude- und Verkehrssektor. Im Mittelpunkt der Debatte, die von Herrn Dr. Müller-Soares (Chefredakteur, energlobe.de) moderiert wurde, standen die Fragen nach den wirtschaftlich zu erschließenden Potenzialen, wirksamen Steuerungsinstrumenten, zu beseitigenden Hemmnissen und notwendigen Rahmenbedingungen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, Katherina Reiche, erläuterte in ihrem Vortrag das vorgelegte Energiekonzept der Bundesregierung. Sie betonte, dass das Konzept erstmals eine langfristige Gesamtstrategie darstelle, die das Ziel verfolge, Deutschland als eine der effizientesten und klimafreundlichsten Volkswirtschaften zu gestalten. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei ebenfalls Ziel des Energiekonzeptes. Reiche wies ferner auf die Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung und des energieeffizienten Bauens hin. So solle gem. des Energiekonzeptes die jährliche Sanierungsrate für Gebäude von derzeit jährlich weniger als 1% auf 2% des gesamten Gebäudebestands verdoppelt werden.

Lutz Freitag (Präsident, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen) zeigte sich hinsichtlich der Ziele der Gebäudesanierung skeptisch: Für die Realisierung der Vision der Bundesregierung, bis 2050 alle Gebäude auf einen CO2-freien Gebrauch umzustellen, seien Investitionen in Millionenhöhe notwendig. Dazu müssten entsprechende Anreize – wie z.B. die Gebäudesanierungsprogramme - geschaffen werden. Die gleichzeitig von der Bundesregierung im Rahmen des Sparpakets diskutierten Mittelkürzungen seien deshalb kontraproduktiv. 

Dr. Tony Van Osselaer (Mitglied des Vorstands der Bayer MaterialScience AG) führte aus, dass die Bayer MaterialScience in ihrem Produktportfolio Lösungen zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung im Gebäude- und Verkehrssektor habe. Beispielhaft ging er auf die Möglichkeiten der Wärmedämmung von Gebäuden, des intelligenten Lichtmanagements sowie des Leichtbaus mittels Kunststoffen zur Verbrauchsreduktion von Fahrzeugen ein. Neben der Herstellung innovativer Produkte durch die Industrie seien jedoch auf dem Weg zum 40%-Ziel auch entsprechende Rahmenbedingungen seitens der Politik zu schaffen. Er plädierte dafür, dass keine über den Emissionshandel hinausgehenden Belastungen der emissionshandelspflichtigen Industrieanlagen erwogen und andererseits geeignete Steuerungs- und Finanzierungsinstrumente eingesetzt würden. So forderte er u.a. Gebäudeeffizienzfonds als zentrale Anschubfinanzierung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden in Ergänzung zum KfW-Förderprogramm aufzulegen und eine geringere Besteuerung von Dienstleistungen bei der Gebäudesanierung zu beschließen.

Rainer Haueis (Director Bulding Automation, Siemens Building Technologies Germany) analysierte den Erfolg des seit langem bekannten Finanzierungsinstrumentes „Energiespar-Contracting“. Er kam dabei zu der Schlussfolgerung, dass dieses Instrument z.B. wegen fehlender Verfahrensrichtlinien und Verwaltungsvorschriften zu wenig genutzt würde. Haueis forderte deshalb die Politik und Verwaltung auf, vorhandene Hemmnisse im Ausschreibungsbereich zu beseitigen, Energieeffizienz als wichtigstes Beschaffungskriterium zu verankern; den vorrangigen Einsatz des Energiespar-Contracting vor der Einzelersatzbeschaffung durchzusetzen, einen einheitlichen Rahmen nicht nur für Liefer-Contracting sondern auch für Energiespar-Contracting zu schaffen und Förderprogramme sowie zinsgünstige Kredite für Energieeffizienzmaßnahmen aufzulegen. 

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß (CDU/CSU) und Michael Kauch (FDP) sowie Rainer Haueis und Dr. Tony Van Osselaer unter der Moderation von Herrn Dr. Joachim Müller-Soares (Chefredakteur, energlobe.de) über das Thema.  

Das Forum für Zukunftsenergien bedankt sich bei der Bayer MaterialScience AG und energlobe.de sehr herzlich für die Unterstützung der Veranstaltung sowie bei der KfW Bankengruppe für die Gastfreundschaft.

Präsentationen

Industrie als Problemlöser
Dr. Tony Van Osselaer
Mitglied des Vorstands, Bayer MaterialScience AG
   
Energiespar-Contracting als Finanzierungsinstrument
Rainer Hauseis
Director Building Automation
Siemens Building Technologies Germany

 

 

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